
Sobald die Schulferien vor der Tür stehen, steigen in beliebten Urlaubsregionen automatisch die Preise für Unterkünfte, Anreise und Freizeit. Das ist vor allem für Familien mit zwei oder mehr Kindern ein tiefer Griff in das Portemonnaie. Aber ein schöner Familienurlaub muss gar nicht unbedingt ein Loch in die Haushaltskasse reißen. Mit ein bisschen Planung und dem richtigen Blick für Alternativen lässt sich einiges sparen, ohne dass die Erholung darunter leidet.
Bei Flug- und Bahnreisen macht der Wochentag der Anreise oft einen entscheidenden Unterschied. Freitag und Samstag sind die gefragtesten Reisetage, und dementsprechend teurer sind dann die Flüge und die Bahntickets. Wenn man allerdings an einem Dienstag oder Mittwoch losfährt, zahlt man für die gleiche Strecke oder den gleichen Flug häufig viel weniger.
Wenn man bereits weiß, wohin es gehen soll, kann man sich mit einer frühen Buchung den besten Preis sichern. Die sogenannten Frühbucherrabatte lohnen sich vor allem bei gefragten Zielen, wo die Plätze schon mal knapp werden können. Wenn man offen und flexibel ist, was das Reiseziel angeht, kann man auch bis kurz vor der Abreise warten und dann zugreifen, wenn Veranstalter günstige Restplätze abgeben. Bei kinderreichen Familien sind solche Last-Minute-Schnäppchen allerdings mit einem gewissen Risiko verbunden, denn nicht immer sind genügend Plätze vorhanden.
Nicht jede Familie will oder kann zwei Wochen am Stück gemeinsam verreisen. Ein Ferienlager günstig und preiswert zu buchen, ist in solchen Fällen eine gute Option. Die Eltern sparen sich einen Teil der Urlaubstage und -kosten, während die Kinder ihre Zeit mit Gleichaltrigen verbringen und den ganzen Tag mit jeder Menge Freizeitaktivitäten beschäftigt sind.
Was die Kosten für den Urlaub angeht, sind diese nicht nur von der Jahreszeit und zeitlichen Faktoren abhängig. Auch das Ziel an sich kann darüber entscheiden, wie teuer die Ferien mit der ganzen Familie werden.
So sind Binnenregionen und Mittelgebirge häufig günstiger als beispielsweise die Nord- oder Ostseeküste, obwohl sie ähnlich viele Natur- und Freizeitangebote bieten. Oft sind auch Pauschalreisen, zum Beispiel in Ferienregionen wie Bulgarien, Albanien oder die Türkei, günstiger als der Urlaub im eigenen Land.
Wer statt mit dem Auto mit der Bahn anreist, kann bei den Fahrpreisen für die Kinder ordentlich sparen. Kinder bis fünf Jahre fahren im Fernverkehr immer kostenfrei. Kinder von sechs bis 14 Jahren reisen kostenlos mit, wenn sie in Begleitung einer Person ab 15 Jahren unterwegs und auf der Fahrkarte eingetragen sind. Pro Erwachsenem können bis zu vier Kinder kostenlos mitgenommen werden.
Tipp: Eine Familienreservierung für den Sitzplatzbereich kostet meist nur einen kleinen Aufpreis und lohnt sich, damit alle zusammensitzen können.
In Deutschland gibt es über 80 gemeinnützige Familienferienstätten, die extra für Familien mit Kindern eingerichtet sind. Sie verfügen über eine Kinderbetreuung und ein eigenes Programm. Elf der sechzehn Bundesländer bezuschussen den Aufenthalt in einer solchen Ferienstätte. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung bietet in diesem Rahmen eine Anlaufstelle, über die sich sowohl die passende Unterkunft buchen als auch ein möglicher Zuschuss klären lässt. Gerade für Familien mit mehreren Kindern ist dies eine echte Alternative zur Entlastung der Urlaubskasse.
Freizeitparks und größere Attraktionen können in nur einer Urlaubswoche schnell einen stattlichen Betrag verschlingen. Aber es gibt auch Alternativen, die nichts oder nur ganz wenig kosten:
Wer ADAC-Mitglied ist, kann bei vielen Freizeitparks in Deutschland beim Eintritt sparen, weil es Rabatte auf Tagestickets gibt. Diese liegen meist zwischen 15 und 25 Prozent, und manche Parks haben obendrauf noch eine kleine Aufmerksamkeit für die Kinder parat. Bevor man den vollen Preis an der Tageskasse zahlt, sollte man also vorher einen Blick in die ADAC-Vorteilswelt werfen.
Ein Eis hier, eine Flasche Wasser da, ein paar Snacks im Strandcafé – im Laufe einer Urlaubswoche können sich die Verpflegungskosten außerhalb der Ferienunterkunft zu einer netten Summe häufen. Wer dem entgegenwirken will, nimmt am besten eine Isoliertasche mit und bepackt sie morgens mit Wasser, Obst und belegten Broten. Dann kann man immer noch in die Eisdiele gehen, aber die Ausgaben sind kontrollierter. Für den größeren Einkauf geht man in einen Supermarkt etwas abseits der Touristenmeilen, wo die Preise günstiger sind als direkt an der Strandpromenade.
Campen klingt für viele nach Freiheit und Abenteuer und erfreut sich in den letzten Jahren einer immer größeren Beliebtheit, gerade unter Familien. Die Anschaffung eines Zeltes ist überschaubar, und viele Plätze verfügen mittlerweile über Spielplätze, Schwimmbäder und eigene Kinderanimation, ohne dass dafür Hotelpreise fällig werden. Wer erst mal testen will, kann auch ein Mobilheim oder festes Zelt direkt auf dem Campingplatz mieten.